Interview mit Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Director des neuen Bereichs "Digital Solutions & Services" bei Mercedes-Benz Lkw

Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Director des neuen Bereichs "Digital Solutions & Services" bei Mercedes-Benz Lkw erläutert die Hintergründe des neuen Bereiches und zeigt konkrete Beispiele für neue Produkte (Foto: HUSS-VERLAG)
Dr. Daniela Gerd tom Markotten, Director des neuen Bereichs "Digital Solutions & Services" bei Mercedes-Benz Lkw erläutert die Hintergründe des neuen Bereiches und zeigt konkrete Beispiele für neue Produkte (Foto: HUSS-VERLAG)
Torsten Buchholz


Dieser Artikel stammt aus der IAA Messezeitung IAA aktuell 2016. Englischer Text auf Seite 2 / english version on page 2.

Die Daimler AG hat die Telematiklösungen rund um die Marke Fleetboard im neuen Bereich "Digital Solutions & Services" integriert. Was bezwecken Sie mit dieser Integration?
Dr. Daniela Gerd tom Markotten: Wir sind mit Fleetboard vor 15 Jahren gestartet und haben seitdem über 180.000 Fahrzeuge mit dieser Telematik ausgerüstet. FleetBoard schafft Lösungen für das Fuhrpark-, Auftrags-Fahrer- und neuerdings auch für das Trailer Management.. Grundlage dafür ist das FleetBoard Truck Data Center, in dem alle Daten des Lkw zusammenlaufen und intelligent mit einander vernetzt werden. Dadurch sind wir in der Lage,die Digitalisierung mit völlig neuen Ideen weiter zu entwickeln.
Inwiefern?
Ein neuer Lkw von Mercedes verfügt über rund 400 Sensoren, mit denen Daten gesammelt werden können. Aus der verfügbaren Datenmenge werden neue Geschäftsideen und -modelle entstehen. Der neuen Bereich „Digital Solutions & Services“ bündelt die bereits vorhandener und geplanten Aktivitäten rund um die digitalen Anwendungen für die Lkw mit Stern – und das zudem auch eng vernetzt mit anderen Geschäftsbereichen.
Können Sie dafür ein Beispiel nennen?
Auf der Messe zeigen wir den neuen Dienst Mercedes Benz Uptime, der im Sinne von Predictive Maintenance auf Basis der gesammelten Fahrzeugdaten Wartungsempfehlungen errechnet. Bei drohenden Ausfällen wird der im System hinterlegte Ansprechpartner - meist der Fuhrparkleiter - automatisch benachrichtigt. Ein weiteres Beispiel ist der FleetBoard Store für Apps, der auf der IAA Weltpremiere feiert.
Ein App Store für den Lkw?
Ganz genau. Bei der Vorstellung zeigen wir bereits Prototypen von 14 Apps. Die Plattform ist bewusst offen konzipiert, damit Branchenpartner, wie beispielsweise Aufbauhersteller, aber auch Entwickler nützliche Apps entwickeln können, um den Straßengüterverkehr in Summe noch effizienter zu machen. Die Apps aus dem FleetBoard Store können nicht nur in Lkw von Mercedes-Benz, sondern auch in allen Fremdmarken genutzt werden. Die Applikationen können auf Echtzeit-Daten zugreifen und laufen auf dem herausnehmbaren Fahrer-Tablet DispoPilot.guide von FleetBoard. Von der Einbindung von Partner-Apps profitieren alle Beteiligten: Kunden, die relevante Lösungen für ihr Unternehmen über eine Plattform auf nur einem Gerät erhalten, Partner, die ihr Geschäft digitalisieren und Apps in über 180.000 Fahrzeuge bringen können sowie Entwickler, die ein neues, innovatives Umfeld erhalten, um Apps zu entwickeln. Allem voran steht die Idee einer übergreifenden Vernetzung des gesamten Transportgewerbes.
Welchen Nutzen bieten die Apps?
Ein Beispiel für eine App im FleetBoard Store ist die Schüttkegel-App, die wir gemeinsam mit Dautel entwickelt haben. Damit weiß der Lkw-Fahrer schon vor dem Abladen, wie viel Platz er zum Abladen des Schüttguts benötigt. Nach Eingabe des geladenen Schüttguts blendet die Schüttkegel-App mit dem Einlegen des Rückwärtsganges den zu erwartenden Schüttkegel auf dem DispoPilot.guide ein. Diese Sicht hilft dem Fahrer das Fahrzeug so zu platzieren, damit das Schüttgut an der richtigen Stelle abgeladen wird. Durch die Information macht die App mehrmaliges Rangieren, aber auch Nacharbeit mit Baugeräten überflüssig.

Quelle: IAA aktuell 2016

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Daimler AG has integrated the telematics solutions used in the FleetBoard brand in the new "Digital Solutions & Services" unit. What is the purpose of this integration?
Dr Daniela Gerd tom Markotten: We started FleetBoard 15 years ago and since then have equipped over 180,000 vehicles with this telematics system. FleetBoard creates solutions for managing fleets, drivers and, more recently, trailers as well. The basis is the FleetBoard Truck Data Center, which collects and intelligently interconnects all of the truck's data. This strategy makes us capable of taking digitisation further with a whole range of completely new ideas.
To what extent?
A new Mercedes-Benz truck is fitted with around 400 sensors that are used to collect data. The volume of data available will make it possible to develop new business ideas and models. The new "Digital Solutions & Services" unit amalgamates both the existing and the planned activities related to digital applications for Mercedes trucks. These activities are also closely connected with other business fields.

Could you give us an example?

At the IAA we are showcasing the new Mercedes-Benz Uptime service, which calculates Predictive Maintenance recommendations based on data collected from the truck. If a breakdown or downtime is imminent, the contact person listed in the system (usually the fleet manager) is automatically informed. A further example is the FleetBoard Store for apps, which is celebrating its worldwide debut at the IAA.
An app store for trucks?
Yes, exactly. At the presentation we are demonstrating prototypes of 14 different apps. The platform has been deliberately designed on an open basis to enable sector partners, such as body manufacturers, but also developers, to create useful apps that help make road freight transport more efficient overall. The apps from the FleetBoard Store are not only suitable for use in Mercedes-Benz trucks, but in all other brands as well. The applications can access real-time data and run on FleetBoard's removable DispoPilot.guide driver tablet. All stakeholders benefit from the integration of partner apps – whether customers who receive solutions relevant for their company via one platform and one single device, partners who digitise their business and are thus able to bring apps to over 180,000 vehicles, or developers who are provided with a new, innovative environment for developing apps. First and foremost is the vision of end-to-end connectedness for the entire transport industry.
Which benefits do these apps provide?
An example from the FleetBoard Store is the Conical Heap app, which we have developed in collaboration with Dautel. It tells the truck driver in advance how much space will be needed to unload the bulk material. After entering the material that has been loaded, as soon as the driver changes into reverse gear, the app displays the anticipated conical heap on the DispoPilot.guide. This view helps the driver place the vehicle so that the bulk material is unloaded at the ideal spot. The information provided by the app saves a lot of time otherwise spent manoeuvring or subsequently moving the material with machinery.
Copyright: IAA aktuell 2016

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