Chance verpasst ein Zeichen zu setzen

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute ist es nun also soweit: Um 14 Uhr startet auch Deutschland in die Fußball-WM in Katar. Doch bei diesem Spiel geht es medial gerade weniger um den Gegner Japan, Spielstrategien oder Aufstellung - diskutiert wird viel mehr, was heute um 14 Uhr nicht zu sehen sein wird: die One Love-Kapitänsbinde an Manuel Neuers Arm. Eine Binde, die mit ihren bunten Farben zeigen sollte, dass wir weltoffen und tolerant sind. Dass wir uns gegen jegliche Art von Homophobie, Rassismus und Antisemitismus stellen. Dass wir uns für die Rechte von allen Menschen einsetzen - für die Menschenrechte!
Diese Chance in einem Land wie Katar zu ergreifen, in dem Homosexualität zum Ausschluss aus der Gesellschaft und noch Schlimmerem führt, hat der DFB mit dem Verzicht auf die Regenbogen-Binde verpasst. Er hat es verpasst in der Weltöffentlichkeit ein Statement zu setzen. Und nein, Fußball ist nicht unpolitisch und Fußballer sollten es auch nicht sein. Denn wenn es um die Achtung der Menschenrechte geht, kann sich niemand seiner Pflicht entziehen. Und insgeheim hoffe ich noch bis heute um 14 Uhr, dass Manuel Neuer seine Chance ergreift und die Binde überstreift.

Mein größter Respekt geht aber an die iranische Nationalmannschaft, die durch die Verweigerung der Nationalhymne in ihrem Heimatland weit mehr zu befürchten hat, als der DFB von der FIFA. Die Iraner haben ihre Chance genutzt, um ein Statement für die iranischen Frauen zu setzen. Vor aller Augen! Das, lieber DFB, ist Courage. Das ist das, was wir von euch auch erwartet hätten.

Denn Engagement ist eine Sache des Willens. Zeichen setzen, ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Und deshalb habe ich mich auch sehr über die Meldung von Sievert Logistik gefreut, die mit einem Lkw Zeichen setzen, und auf die Initiative „Blut transportiert“ aufmerksam machen. Denn anderen helfen, egal, ob mit einem beschrifteten Lkw oder dem großen TV-Auftritt, das macht uns Menschen aus - auch Fußballer.

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Nadine Bradl
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